Sylter Metamorphosen VI

Am Ende ist es dann nur noch Freiheit: wenn Du an der Grenze zwischen Meer und Land auf dem Rücken eines Pferdes entlangschwebst, hinter Dir eine Wolke aus Gischt und Sand, und von vorne die klare, salzige Luft. Bis schliesslich dem Wanderer am Strand nur noch ein kleiner schwarzer Punkt am Horizont verbleibt, der genauso gut von einem Fahrzeug oder einem sich im Winde neigenden Baum stammen könnte. Aber er lächelt zufrieden, weiss er es doch besser.

Sylter Metamorphosen V

Und doch mag es einem Glauben schenken, man könne einfach den Weg entlanglaufen, weiter über das Watt hinaus in das offene Meer, immerfort. Aber je weiter wir gingen, desto näher kämen wir dem Ort, von dem wir einmal aufgebrochen sind. Schliesslich, atemlos ob unserer Reise, ständen wir eines Tages erneut an diesem Weg, von dem wir nun wüssten, dass wir ihn niemals verlassen könnten, so weit und schnell wir auch liefen.

Sylter Metamorphosen II

Geometrie des Augenblicks … runde Speere liegen am Strand, sauber zu Paketen verschnürt, und bilden Dreiecke in einer übergeordneten Dimension. Massiv und unwirklich wirken die hölzernen Körper in einer Komposition aus Luft, Wasser und Sand. Und doch würden sie mich tragen, läge ich auf ihnen weit draussen im Meer, über mir nur die Wolken, unter mir die unendliche Tiefe der aufgewühlten See.