Herbstabend

Sehnsucht atmet tiefes Schweigen
dämmernd in der Abendluft.
Scherenschnitt von leeren Zweigen
über Blättermoderduft.

Schatten fließen durch die Felder,
formen sich zum Kleid der Nacht.
Nebel sinken in die Wälder,
von der Kälte still bewacht.

Ziellos sucht sich meine Seele
einen Weg zurück ins Licht.
Welchen Pfad ich doch auch wähle –
aus dem Dunkeln führt er nicht.

Erst das sanfte Morgengrauen
atmet Leben in die Welt,
lässt uns hoffnungsvoll vertrauen,
bis der Vorhang wieder fällt.

Aufbruch

 

Beton umgibt den Raum voll Stille,
das Licht nur spärlich – fahl und weit.
Doch wie ein ungezähmter Wille
flaniert mein Denken durch die Zeit.

Verschlossen sind die Eingangstüren,
mein Körper ruht in dunkler Hand.
Der Geist vermag jedoch zu spüren
die Freiheit jenseits dieser Wand.

Ich sehe Farben, Formen, Lichter,
und Fenster dort, wo keine sind.
Erkenne schemenhaft Gesichter,
entdecke Neues wie ein Kind.

Und schließlich öffnet sich der Kerker,
ein weißes Licht fällt grell herein.
Mein Geist und Körper werden stärker:
der Aufbruch in ein neues Sein.