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Rastlos

wege

 

Aufbruch

 

Beton umgibt den Raum voll Stille,
das Licht nur spärlich – fahl und weit.
Doch wie ein ungezähmter Wille
flaniert mein Denken durch die Zeit.

Verschlossen sind die Eingangstüren,
mein Körper ruht in dunkler Hand.
Der Geist vermag jedoch zu spüren
die Freiheit jenseits dieser Wand.

Ich sehe Farben, Formen, Lichter,
und Fenster dort, wo keine sind.
Erkenne schemenhaft Gesichter,
entdecke Neues wie ein Kind.

Und schließlich öffnet sich der Kerker,
ein weißes Licht fällt grell herein.
Mein Geist und Körper werden stärker:
der Aufbruch in ein neues Sein.

Geräusche sehen

Kürzlich habe ich damit begonnen, mich intensiver mit der Bearbeitung von Audiodateien auseinanderzusetzen. Bisher beschränkte sich mein Wissen rein auf die Aufzeichnung via iPhone oder SLR-Kamera, den Zuschnitt auf die richtige Länge und die Konvertierung in das gewünschte Format. Nun, nach Anschaffung eines wunderbaren „Handy-Recorders“, habe ich das zum Anlass genommen, mich in die Software „Adobe Audition“ einzuarbeiten – und war erstaunt über die Parallelen zwischen Bild- und Tonbearbeitung. Aus Photoshop kennt man das ja: Bildbereiche auswählen, Bereiche löschen und ersetzen, störende Flecke wegstempeln. Als ich nun die zuletzt gebloggte Tondatei mit dem sich entzündenden Streichholz öffnete und in der Darstellung die Spektralfrequenzanzeige wählte, ergab sich obige Darstellung: ein aufgenommenes Geräusch als Bild, nach rechts die Zeit, nach oben die Frequenz aufgetragen, und in der Helligkeit die Intensivität der Töne – Ästhetik der Akustik. In diesem Diagramm kann man nun genauso wie in Photoshop störende Geräuscheinflüsse mit dem Pinsel „wegmalen“, Bereiche auswählen und löschen, Effekte auf die Selektion anwenden. Erstaunt über die Parallelität zwischen Bild und Ton wurde mit klar: am Ende sind alles doch nur Bits und Bytes, Tonwellen werden zu Pixeln, Pixel zu Symphonien. Unweigerlich musste ich an den Film „Matrix“ denken: wir laufen durch eine Welt aus Zahlenkolonnen. Wenn ich das nächste Mal losziehe, um Bilder zu machen oder Töne aufzuzeichnen, werde ich versuchen, das wieder zu vergessen: ich will nicht den Himmel in RGB-Werten sehen, nicht das Rauschen des Wassers als Hertz-Frequenz hören. Sondern einfach nur (er-)leben.

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Feuer

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Feuer: Wärme, Leben, Ewigkeit.
Aufbewahrt in einer kleinen Schachtel,
bis man es benötigt.
Einmal zum Leben erweckt,
entfaltet es seine unbändige Macht,
und braucht ununterbrochen Nahrung.
Die Kunst besteht darin,
die richtige Dosis zu finden:
um die Kontrolle zu behalten,
um es vor dem Erlöschen zu bewahren.

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Metall

Geräusche von Metall auf Metall: kalt, hart, präzise.
Etwas bewegt sich, wird bewegt, bewegt etwas Anderes.
Am Ende plötzlich Stille: es hat aufgehört,
um irgendwann neu beginnen zu können.
So wie im richtigen Leben.

Wir hören das Geräusch, ein Bild entsteht: Resonanz.
Überlegen, vergleichen und dann: erkennen.
Bilder erzeugen neue Bilder – wecken Erinnerungen.

Mehr zu diesem Geräusch im nächsten Beitrag: