Säulen

Säulen geben unserem Leben Halt:
Sie tragen einen Teil unserer Last, die wir alleine nicht stemmen können.
Sie geben unserem Leben Sicherheit.
Sie bilden die Verbindung zwischen unserem Fundament und unserem Dach.

Oft stehen uns Säulen auch im Weg:
wir müssen um sie herumlaufen, um weiter zu kommen.
Doch Säulen brauchen Raum in unserem Leben, um ihre Funktion zu erfüllen.
Eine Säule ohne Raum ist nur Leere, sie trägt nichts, ist nutzlos.
Je massiver eine Säule ist, desto mehr Platz braucht sie;
desto mehr Raum müssen wir ihr lassen.
Platz lassen heißt dabei auch Zeit: Raum und Zeit bedingen sich gegenseitig.

Ich bin froh über die Säulen in meinem Leben.
Ich weiß auch, dass ich ihnen zu wenig Raum gebe, zu wenig Zeit widme –
Säulen brauchen Pflege, sonst beginnen sie einzustürzen.

Anfang

Ich stehe am Anfang. Nicht davor, nicht danach, nein: genau darauf.
Anfang heißt: da kommt was – doch kommt es wirklich?
Von nichts kommt nichts. Kein Anfang, keine Bewegung, und auch kein Ende.
So ist das: solange ich am Anfang stehe, fängt nichts an.

ICH bin der Anfang, die Bewegung, das Ende. ICH muss mich bewegen.
Die Trägheit überwinden ist das Grundproblem:
auf dem Sofa ist es gemütlicher als draußen im Wind.
Doch während ich auf dem Sofa sitze, bewegen sich alle anderen:
sie bewegen sich – von mir weg.

Ich überlege: was wollte ich doch gleich? Glücklich sein?
Doch um glücklich zu sein muss ich was anfangen.
Und mit dem Glück ist es wie mit dem Anfang: ohne Bewegung ist nichts.

Ein Teufelskreis:
ohne Bewegung kein Anfang,
ohne Anfang kein Glück,
ohne Glück keine Kraft für Bewegung.

Und doch: einmal nur muss ich die Kraft für Bewegung aufbringen.
Dann entsteht Dynamik.
Und schließlich funktioniert das auch mit dem Glück, vielleicht.