Sylter Metamorphosen VI

Am Ende ist es dann nur noch Freiheit: wenn Du an der Grenze zwischen Meer und Land auf dem Rücken eines Pferdes entlangschwebst, hinter Dir eine Wolke aus Gischt und Sand, und von vorne die klare, salzige Luft. Bis schliesslich dem Wanderer am Strand nur noch ein kleiner schwarzer Punkt am Horizont verbleibt, der genauso gut von einem Fahrzeug oder einem sich im Winde neigenden Baum stammen könnte. Aber er lächelt zufrieden, weiss er es doch besser.

WOLLEN KÖNNEN DÜRFEN SOLLEN MÜSSEN

Ich will etwas schreiben.
Aber ich kann nicht.
Darf ich sagen: es geht heute nicht?
Oder soll ich mich zwingen?
Muss ich wirklich?

Allzu oft orientieren wir uns an Konventionen:
Erwartungen oder das, was wir als solches interpretieren,
diktieren uns, was zu tun wäre.
So entsteht unglücklich-Sein:
aus dem internen Unvermögen, einem externen Zwang zu folgen.

Doch was erwarte ich von mir selbst?
Da sind wir wieder beim Thema „in sich hineinhören“:
wenn der Trubel von außen meine innere Stimme übertönt,
kann ich nicht wissen, was ich mir sagen will, sagen muss.

Deshalb dürfen wir auch mal sagen:
ich will jetzt meine Ruhe haben;
ich will jetzt nicht gesteuert werden,
ich will jetzt, darf, aber muss nicht.